11.03.2005
Veröffentlichung im Amtsblatt Monat April 2005

Zum geplanten Ausbau der Goethestraße

Die Goethestraße soll noch im Jahr 2005 zu einer Sammelstraße ausgebaut werden. Diese Planung wurde kürzlich den Anwohnern in einer Bürgerversammlung vorgestellt. Erst im Anschluss an diese Versammlung wurde den Bewohnern der Goethestraße und des südwestlich der Altstadt gelegenen Villenviertels bewusst, dass der Straßenausbau auch Auswirkungen auf die angrenzenden Wohngebiete haben wird. So erklärt sich, dass die Bürger sehr schnell Fragen nach der Verkehrsplanung der Stadt Eberswalde stellten. Immerhin sollen nach Ausbau der Straße dreimal so viele Fahrzeuge wie heute darauf verkehren. Was ist aber, wenn es noch mehr Fahrzeuge als die bisher genannten 2600 werden? Es stellt die Einwohner nicht zufrieden, wenn sie mit zu erwartenden Stau-Szenarien in der Mühsamstraße und einem daraus resultierenden Lernprozess der Autofahrer getröstet werden. Auch die Sorge um alte und pflegebedürftige Mitmenschen, die in Einrichtungen in der Erich-Mühsam-Straße und der Danckelmannstraße untergebracht sind, war immer wieder zu hören. Es ist daher zu begrüßen, dass ein nochmaliges Gespräch zwischen den Bürgern und der Verwaltung die Suche nach einem tragfähigen Kompromiss für beide Seiten eröffnet. Das Beispiel der Goethestraße zeigt, wie wichtig der Dialog mit den Bürgern ist. „Bei uns heißt einer, der an den Dingen der Stadt keinen Anteil nimmt, nicht ein stiller Bürger, sondern ein schlechter.“(Perikles, 430 v.u.Z.) Dieser Leitsatz sollte uns in Zukunft dazu bewegen, bereits im Vorfeld das Gespräch mit den Bürgern zu suchen und sie nicht mit einer vorgelegten Ausbauplanung und gleichzeitigem Baubeschluss zu verunsichern.

Karen Oehler
Ortsbürgermeisterin Eberswalde 1