21.12.2004
Beitrag für die MOZ, Lokalredaktion Eberswalde

Eberswalde – attraktiver Wohnstandort nördlich von Berlin

Vorab zwei Sätze…
Unsere Gegenwart ist geprägt von einem drastischen Einwohnerrückgang und von einem zunehmenden Anteil immer älterer werdender Bewohner. Ebenso hat sich die Wirtschaftsstruktur der Stadt nach der Wende erheblich geändert, so dass heute sehr viele Menschen gezwungen sind, zur Arbeit täglich in Richtung Berlin zu pendeln.

Wohnen in Eberswalde – Arbeiten in Berlin
Die schöne Umgebung ist ein Faustpfand für den Wohnstandort Eberswalde. Besonders die Möglichkeit, hier mitten in der Stadt an den Ufern des Finowkanals zu wohnen, könnte zwischen Kupferhammer und dem Areal rund um die ehemalige Badeanstalt am Kanal zu einer nachhaltigen Stärkung der Stadt entscheidend beitragen. Ein besonderes Angebot für diese Bewohner könnte die mit der Nähe zum Wasser verbundene Möglichkeit sein, direkt vor der Haustür einen Liegeplatz für ein eigenes Boot zu haben.
Andere Wohnstandorte könnten im Stadtgebiet dort entstehen, wo günstige Voraussetzungen durch die in unmittelbarer Nähe vorhandene technische Infrastruktur gegeben sind (z.B. in der Rudolf-Breitscheid-Straße) aber auch durch Verdichtung in historisch gewachsenen Ortslagen. Vorrangig jedoch sollten solche Standorte entwickelt werden, die eine Bebauung mit Eigenheimen zulassen und die kurze Wege in die Stadt garantieren.

Stabilisierung des Wohnstandortes durch gezielten Ausbau „weicher Standortfaktoren“
Die sogenannten „weichen Standortfaktoren“ werden in unserem Alltag immer wichtiger und sind daher besonders wichtig, wenn es darum geht, sich langfristig für Eberswalde als Wohnstandort zu entscheiden.

Umfangreiche Betreuungsangebote für Alt und Jung (Altengerechtes Wohnen mit der Option auf lange Selbständigkeit, Kitas in Wohnnähe, Freizeitangebote für alle Altersgruppen). Auch die gute medizinische Versorgung im Stadtgebiet (Ärzte, Krankenhaus) ist gerade für ältere Bürger sehr wichtig, wenn sie möglichst lange selbständig wohnen möchten.
Leistungsfähige Schulstandorte in zentraler Lage (Schulen sollten mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar sein, durch komplexe Schulstandorte kann auf sich ändernde Rahmenbedingungen schnell reagiert werden, Schulen eignen sich gut zur Komplettierung mit Freizeitangeboten unterschiedlicher Benutzergruppen). Der Schulstandort „Mitte“ stellt hier einen Idealfall dar, denn mit Grundschule und heutiger Gesamtschule ist im Stadtgebiet ein Standort mit erheblichem Entwicklungspotential vorhanden. Auch Finow stellt nach meiner Auffassung einen langfristig sicheren Standort dar.
Ausbau von Freizeitangeboten (mit der sich ändernden Altersstruktur geht der Wunsch nach sinnvoller Freizeitbeschäftigung einher!) Allein landschaftliche Reize reichen nicht aus, um Eberswalde dauerhaft attraktiv zu machen. So besteht ein Entwicklungspotential in der Verknüpfung von touristischen Angeboten der Stadt mit dem Umland (Wellness- und Kreativangebote, z.B. das selbstgeschöpfte Büttenpapier aus Eberswalde oder der problemlose Wechsel vom Kanu auf das Fahrrad, den Kremser oder zum Wandern bzw. öffentlichen Verkehrsmitteln). Hier muss unbedingt über sinnvolle Nachnutzungen von Gebäuden (z.B. Schulgebäude Puschkinstraße) und die bessere Auslastung gesicherter Schulstandorte in der Zeit nach Schulschluss nachgedacht werden!
Verkehrsentwicklung insbesondere des ÖPNV (Eberswalde wird in absehbarer Zeit eine Stadt der Pendler bleiben). Wichtig für Pendler ist ein leistungsfähiger ÖPNV im Stadtgebiet, der gute Umsteigemöglichkeiten zwischen Bus und Bahn bietet. Unbedingt verbessert werden muss hier die sogenannte Schnittstelle am Bahnhof. Dazu gehören unbedingt möglichst kurze Wegebeziehungen zwischen Stadtverkehr und Regionalverkehr. Auch sollte die Stadt weiterhin für die Verbesserung der Angebote im Regionalverkehr eintreten (möglichst kurze Taktzeiten in die Berliner Stadtmitte, ICE-Haltepunkt zwischen Berlin und Szczecin). Für die Nutzer von privaten PKW gehört in unmittelbare Bahnhofsnähe ein leistungsfähiger Parkplatz.

Wir müssen uns in den kommenden Jahren unbedingt für eine effektivere Nutzung bestehender städtischer Strukturen einsetzen, was bedeutet, dass das oberste Kriterium für alle Entscheidungen die Standortsicherheit sein muss.

Ich hoffe, ich habe Ihnen meine Gedanken einigermaßen plausibel dargestellt und wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer weiteren Arbeit damit.

Mit freundlichen Grüßen

Karen Oehler